Das Hirschhorner „Kartoffelhaus“ huldigt dem schon um 1730 am Neckar angebauten Gewächs

Hirschhorn. (hui) Ein Kartoffeldenkmal im Museum dankt Gott und Sir Francis Drake, der angeblich das Nachtschattengewächs für „Reich und Arm“ nach Europa brachte. Um 1730 wurden in Hirschhorn auf dem „gemeinen Kartoffelberg“, dem Michelberg, die ersten Knollen angebaut. Seit 1. August bereichert ein Restaurant der besonderen Art die örtliche Gastronomie-Landschaft. Im „Kartoffelhaus“ spielen die nahrhaften und gesunden Erdäpfel die erste Geige. Das ehemalige Gasthaus „ Zur Krone“ ist eine Niederlassung der Altstadt Plus GmbH, Geschäftsführerin ist Christine van den Berg. Betriebsleiter Karsten Klocke ist verantwortlich für die Führung des Hauses, für den Service und die Weiterentwicklung von Restaurant und Hotel.

Nach grundlegender Renovierung und Modernisierung präsentiert sich das Restaurant in einer gelungenen Mischung aus Tradition und Moderne. In der „Bierstube“ mit Bistroambiente (25 Plätze) laden Stammtisch und Theke zu Snacks, Pfungstädter Bieren oder Kartoffelbier ein.

Im Restaurant (60 Plätze) ist designmäßig alles vom Feinsten. Hier überwiegen die modernen Stilelemente: zwei sechs Meter lange Sitzbänke, Tische und Stühle aus Echtholz, ein Fußboden in warmem Holzdekor und zahlreiche Retro-Lampen. Die cremefarbenen Wände werden durch Elemente in Rostoptik aufgelockert und durch großformatige „Fensterbilder“ von Enno Folkerts. Hingucker an der rückwärtigen Wand sind „Living walls“ mit rankendem Efeu. An das historische Gasthaus erinnern die Deckenbalken aus Eiche und alte Sprossenfenster.

Das Team des Hirschhorner Kartoffelhauses: (v.l.) mit Betriebsleiter Karsten Klocke, Küchenchef Michael Trost und Geschäftsführerin Christine van den Berg. Foto: Huillier

Das Team des Hirschhorner Kartoffelhauses: (v.l.) mit Betriebsleiter Karsten Klocke, Küchenchef Michael Trost und Geschäftsführerin Christine van den Berg. Foto: Huillier

Eine Hauptrolle im „Kartoffelhaus“ spielt Küchenchef Michael Trost. Er bekennt sich zu einer frischen, gesunden, vitalen, regionalen Küche und hebt natürlich die Kartoffel aufs Podest. „Alles ist hausgemacht“, versichert er, Geschmacksverstärker sind bei ihm verpönt. Er ist experimentierfreudig und spannt den Kochbogen von saisonal und regional bis mediterran und orientalisch.

Die „Kartoffelpuffer“ haben den Geschmack der Kindheit: mit dem feinen Aroma der Annabelle und Apfel-Ingwer- Kompott. Die kräftige Sorte Berber präsentiert sich schlicht als „Ofenkartoffel“ mit Kräuterquark und Salat. Eine große Auswahl fleischloser Gerichte lässt Vegetarierherzen höher schlagen, wie das „Asiatische Wokgemüse“ in einer Thai- Curry-Sauce mit Frühlingsröllchen der Sorten Berber, La Ratte und Süßkartoffel.

Krönung der Fleischeslust ist das Rumpsteak vom Weideochsen mit Kräuterkruste überbacken, mit grünem Spargel und einer lila Kartoffelzigarre. Zum Schluss „Arme Ritter“ vom Kartoffelbrot mit Vanillesauce und Schokoladeneis – und fertig ist das kleine Glück.

Eine „Bleib-gesund-Karte“ bietet acht gluten- und lactosefreie Gerichte an. Bei der wöchentlich wechselnden Mittagskarte hat der Gast die Qual der Wahl zwischen drei Menus in unterschiedlicher Preislage. Der sehr junge Service agiert freundlich und geht gerne auf Gästewünsche ein. Die Preise sind bei hoher Qualität fair kalkuliert. 

Fi Info: Kartoffelhaus, Hauptstraße 35, 69434 Hirschhorn, Telefon 0 62 72-5 13 06 70, www.kartoffelhaus-hirschhorn.de, Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 11.30 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag 11.30 bis 24 Uhr. Warmes Essen 11.30 bis 14.30 Uhr und 18 bis 21 Uhr.

KARTOFFELREZEPT

Süßkartoffel-Ingwer-Suppe

Zutaten: 2-3 Süßkartoffeln, 1 Zwiebel, 2 El Sonnenblumenöl, 1 Stück Ingwerknolle (daumengroß), 200 ml Kokosmilch, 2 l Wasser, Salz, Pfeffer, Curry.

Zubereitung: Geschälte Süßkartoffeln, Zwiebel und Ingwer in große Würfel schneiden und im heißen Öl glasig dünsten. Mit Salz und Pfeffer und etwas Curry würzen. Mit Wasser aufgießen und etwa 40 Minuten köcheln. Suppe pürieren und durch ein Sieb passieren. Kokosmilch einrühren und kurz auf kochen lassen. hui



Quelle: 
Rhein-Neckar-Zeitung, Region Eberbach
Datum: 09.09.2011
Redakteur: Huillier

Wenn Dir der Blogpost gefallen hat, hinterlasse hier einen Kommentar oder abonniere unseren RSS Feed, damit die künftigen Beiträge automatisch auf Deinem Newsreader erscheinen .

3 Antworten auf Alles dreht sich um die Knolle – Artikel in der RNZ

  • Helferlein sagt:

    Hallo! Wirklich sehr schöner blog. Hier mal ein kleines, lehrreiches video über Sortenwahl und Aussaat der Kartoffeln, vor allem für Kinder eine angenehme Art zu lernen :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=BBKOuGBgpOs

    Weitere Videos auf: hoTodi.de

  • Weiterhin viel Erfolg mit dem Restaurant. Finde ich gut, wenn sich ein Gastronom mit so einem ursprünglichen Produkt wie der Kartoffel auseinandersetzt. Sind ja sehr vielseitig verwendbar und schmecken natürlich lecker!

  • Also mal ehrlich. Es gibt soviele Gleichgestrickte Restaurants auf der Welt. Da freut es mich immer wieder, mal was nicht ganz alltägliches zu finden, so wie euer Kartoffelhaus. Ich werden auf jeden Fall mal bei euch vorbeischauen und mich verwöhnen lassen.

    Viel Erfolg weiterhin und freundliche Grüße,
    euer Micha

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>